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Reisearchiv
 

Panama 2006

  Boquete

 

 

01.11.2006

Wir stehen bereits um 6 00 Uhr auf, fahren hinunter an den Strand und schauen den Fischern zu, die auf das Meer hinaus fahren.
Nach einem einfachen und billigen Frühstück im kleinen Restaurant unten im Dorf,
und einigen Film und Fotoaufnahmen, fahren wir schon um kurz vor acht weiter Richtung Boquete.
Unterwegs, bei einem kleinem Dorf, werden wir von einem Polizisten angehalten. Er kontrolliert Fahrausweise, Mietwagenvertrag und Pässe, und lässt uns dann weiterfahren.
Es gibt viel zu sehen, auf der langen Fahrt durch eine hügelige und saftig-grüne Landschaft. So beobachten wir viele Greifvögel, darunter auch Karakaras. Cowboys, Hühner, Kühe, Hunde und ganze Familien bevölkern die zum Teil schlechte Strasse.
Nach drei Stunden Fahrt erreichen wir die Interamericana, und nun geht’s in flottem Tempo Richtung Westen.

Nach einer halben Stunde erblicken wir am rechten Strassenrand den Mutant (grosses Bild oben). Natürlich wenden wir bei der nächsten Gelegenheit, und Susanna und Pedro staunen nicht schlecht als sie uns sehen.
Spontan werden wir zum Mittagessen eingeladen, und gestärkt fahren wir nun gemeinsam nach Boquete.
Auf den letzten zwanzig Kilometer Fahrt regnet es sintflutartig. Zum Teil sehen wir nicht einmal mehr die Rücklichter vom Mutant.
Im Panamonte Inn mieten wir ein Zimmer für vier Nächte. Wir haben Glück überhaupt noch eine Schlafgelegenheit zu finden, den ab dem kommenden Wochenende sind verschiedene Nationalfeiertage mit grossen Paraden im ganzen Land.
D Chöpf dürfen auf dem Hotelparkplatz campieren, und bei Bedarf unsere Dusche benutzen.
Es regnet, und da Boquete auf 1000 Meter über Meer liegt, ziehen wir uns warm an um das Dorf zu besichtigen.
Schon bald findet man uns in einer netten Bar, in der wir unser Wiedersehen mit einer Capirinha gebührend feiern.

02.11.2006


René und ich frühstücken in einer kleinen Panaderia im Dorf. Mit Susanna und Pedro fahren wir dann zu der Gartenanlage „mi jardin es su jardin“, die gratis besichtigt werden darf und einen Ausflug wert ist. Dann fahren wir an Kaffeeplantagen vorbei Richtung Volcan Baru. Die Strasse ist holprig, die Landschaft wunderschön und wir sehen viele Kaffeepflücker in traditioneller Kleidung. Bei der Touristeninformation am Mirador geniessen wir den tollen Blick ins Tal, und freuen uns an den Blattschneiderameisen die Blüten transportieren.

Im Palo Alto, einem am Bach gelegenen Restaurant, machen wir Mittagspause.
Das Wetter ist herrlich, angenehm warm, die Umgebung traumhaft schön, und die Stimmung gelöst und lustig. Wir beobachten einen Christusleguan und viele Kolibris.
Geht’s uns gut....

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Mi jardin es su jardin
Blattschneiderameise beim Blütentransport
Das Restaurant Palo Alto liegt an einem malerischen Flüsschen

Heute ist relaxen angesagt, und so verbringen René und ich den Nachmittag jassend im schönen Garten.
Am Abend sind wir vier dann in der gemütlichen Chemineebar anzutreffen, wo wir u.a. die etwas gehobenere Gesellschaft hier begutachten. Das Hotel ist voll, die Zimmerwände dünn, und so liegen wir später noch lange wach im Bett bis endlich Ruhe einkehrt und wir ins Land der Träume sinken.

03.11.2006

Heute ist der erste Feiertag und die Parade wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wohl jeder Verein, jede Schule, Feuerwehr und Matrosen etc. machen mit.
Am Strassenrand sind daher nicht mehr so viele Leute die dem Spektakel zusehen.
Wir sehen auch viele Indios, und es wird (nicht nur von uns) eifrig geknipst und gefilmt. Es ist äusserst amüsant und unterhaltsam die vielen Leute zu beobachten.
Später wollen wir zum Bajo los monos fahren, dies ist aber leider nur eine asphaltierte Strasse ohne Wanderwege. So fahren wir weiter bergauf zum Nationalpark Volcan Baru. Der N.P. Eingang liegt auf ca. 1900 Meter über Meer, und so ist es hier oben etwas kühl, zum wandern aber ist die Temperatur ideal.

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Auch für die Ngöbe Indianer ist der Umzug ein grosses Fest
Der Umzug führt mitten durch Boquete
...Ihr grösster Tag..

Wir sehen viele Vögel und es herrschen zum Teil wieder einmal wunderschöne Lichtverhältnisse. Der Wald wird immer dichter, die Vegetation ist üppig und sogar Susannas Wunsch geht in Erfüllung.... Sie möchte unbedingt einmal ein Faultier sehen, e voila, beim zurücklaufen entdecken wir tatsächlich hoch oben in einem Baum das gesuchte Tier. Die Freude ist gross, das faule Tier scheint sich aber an unserer Anwesenheit nicht gross zu stören, räkelt sich ein wenig und schläft weiter.

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In Nationalpark Volcan Baru hat es auch kultiverte Landflächen
Ein Dreifinger-Faultier hängt über unseren Köpfen
Eine von 150 Bromelienarten, welche in Panama wachsen

Auf Holperpiste fahren wir gegen Abend wieder zurück ins Dorf und löschen unseren Durst mit einem leckeren panamesischen Bier.

04.11.2006


Heute gibt`s mal wieder ein Müesli zum Frühstück.
Gestärkt machen wir uns mit den Chöpf auf den Weg Richtung Fortuna.
Auch heute finden überall Paraden statt.
Nach eineinhalb Stunden Autofahrt treffen wir bei der Finca Suiza ein. In diesem Privatreservat gibt es einige Wanderwege, da wir aber relativ spät eintreffen entscheiden wir uns für den kürzesten. Pro Person bezahlen wir 8 US Dollar Eintritt, was relativ teuer erscheint. Aber mit diesen Einnahmen werden solche Privatreservate ja auch erhalten, und der Wald fällt nicht der Holzindustrie zum Opfer; also gut investiertes Geld.
Durch Trockenwald geht es stetig bergab und bergauf.
Drei mal müssen wir einen Fluss überqueren was teilweise recht abenteuerlich ist. Während der vierstündigen Wanderung begegnet uns kein Mensch-Natur pur.

Das Wetter ist super schön, und so sehen wir auch heute viele Schmetterlinge, Vögel, eine Raupenkolonie etc.
Irgendwann, mitten im Wald, hören wir ein grosses Tier (Raubkatze?), welches wir trotz intensivem suchen leider nicht zu Gesicht bekommen.
Viele riesige Bäume und schöne, exotische Pflanzen machen den Weg sehr abwechslungsreich.

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Dieser Bachlauf muss mehrmals durchquert werden
Verschiedenartige Waldtypen bringen auch verschiedendste Blüten hervor
Grosse Tausendfüssler haben zwar keine 1000 Füsse, aber über 200 dürften es schon sein...

Heute Abend essen wir zu viert im Palo Alto. Das Restaurant ist voll mit reichen Panamenos, die sich über die Feiertage in Boquete einquartiert haben.
Ein leises Gefühl von Traurigkeit lastet über uns, den morgen werden sich unsere Wege trennen. Die zwei Weltenbummler fahren weiter nach Costa Rica.
Wir beschliessen den schönen Tag bei einem Schlummertrunk am Cheminee in der Hotelbar.

05.11.2006


Um 8 00 Uhr verabschieden wir uns von den zwei Chöpf, und laufen anschliessend ins Dorf um zu frühstücken.
Wir wechseln heute auch das Domizil, aber nicht den Ort. In Boquete gefällt es uns so gut, da wollen wir noch ein paar Tage bleiben.
Im Isla Verde beziehen wir ein hübsches Häuschen, komplett ausgestattet mit Küche und einer schönen Terrasse mit Blick auf die Berge.

Wir geniessen die schöne Anlage, und sehen am Bach, welcher durchs Gelände fliesst, zwei Christusleguane. Am Nachmittag bummeln wir durch Boquete und machen einen Grosseinkauf. Da wir hier eine Küche haben, wollen wir auch selber kochen.

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Umliegende Gebiergszüge
ein männlicher Christusleguan
Geselliger Frühstücksraum auf Isla Verde

Beim essen auf der Terrasse, schauen wir den vielen Vögel zu, lassen den Blick in die herrliche Natur schweifen und philosophieren über das Leben.

06.11.2006

Wir lassen uns im Frühstückshaus verwöhnen und planen dabei den Rest unserer Reise. Ursprünglich wollten wir ja nur noch zwei Tage in Boquete bleiben. Die Gegend, das Isla Verde und das Klima gefallen uns aber dermassen gut, dass wir den Aufenthalt hier noch einmal um drei Tage verlängern. Anstatt am Schluss noch auf eine Insel zu fliegen, entschliessen wir uns, die Automiete zu verlängern und auf dem Festland zu bleiben.
Das ist das Schöne beim individuellen Reisen; das Programm ist nicht fix, und wir können nach Lust und Laune umdisponieren.
Nachdem wir uns einig, und alle Änderungen in die Wege geleitet sind, fahren wir nach Caldera zu den Thermalquellen.

Die letzten zwei Kilometer geht`s über Holperpiste, unter anderem überqueren wir auch eine sehr vertrauenserweckend aussehende Hängebrücke. Dann lassen wir das Auto stehen und laufen ca. einen halben Kilometer durch Grasland und lichten Wald. Es ist drückend heiss, während wir eine Gruppe Papageien beobachten fliesst der Schweiss in Strömen.
Bei den Quellen angekommen bezahlen wir 1 Dollar Eintritt pro Person. Ein netter Einheimischer erklärt uns, wo wir überall baden können.
Im ersten Naturbecken werden wir beinahe gekocht, wir entschliessen uns daher am Fluss zu baden.
Am Flussufer sind mehrere Stellen wo sich das heisse Thermalwasser mit dem kühlen Wasser des Flusses vermischt. Beim baden und sonnen sehen wir viele kleine Christusleguane und mehrere grosse, wunderschöne Eisvögel.

Der Rio Caldera muss überquert werden
Am Rand hat der Fluss heisse Quellen, so dass die Wassertemperatur teilweise bis 45°C erreichen kann
Ein Eisvolgel "lugt" von der Brücke

Entspannt und ausgeruht machen wir uns am späten Nachmittag auf den Rückweg.
Auch heute kochen wir selber und unterhalten uns später auf dem Sitzplatz mit Eva, der liebenswürdigen Besitzerin vom Isla Verde. René und ich sitzen später noch lange draussen und geniessen die kühle Nachtluft.

07.11.2006


Heute unternehmen wir nicht viel. Wir schauen uns die nähere Umgebung an, spazieren ins Dorf, lesen und jassen, und lassen die Seele baumeln.
Am Nachmittag schaut Bob, ein ausgewanderter Amerikaner, vorbei. Mit ihm wollen wir morgen eine Bootstour unternehmen.
Abends werden wir von Eva und ihrem Mann Edi zu einem Gläschen Wein eingeladen. Wir diskutieren über Land und Leute und so erfahren wir auch heute viel Interessantes über dieses schöne Land.
Heute essen wir auswärts und legen uns schon zeitig auf`s Ohr, da wir morgen früh raus müssen.

08.11.2006


6 00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Nein, wir müssen nicht zur Arbeit, und so fällt uns das frühe Aufstehen auch nicht so schwer. Beim Frühstück auf unserer Terrasse sehen wir den Tag erwachen. Die Vorfreude auf den Bootsausflug und das herrliche Wetter vertreiben die Müdigkeit.
Um ca. 8 00 Uhr fahren wir bei Bob, der etwas ausserhalb Boquete wohnt, los. Unterwegs kaufen wir Proviant ein und treffen um kurz vor zehn beim Boot, welches in einem Hangar steht, ein.
Bis das Boot im Wasser ist, dauert es noch mal eine gute halbe Stunde. An Mangroven vorbei fahren wir hinaus auf das offene Meer. Beim ersten Schnorchelstopp, sehen wir trotz relativ trüben Wasser, einige buntschillernde Fische und Seesterne.

Danach fahren wir zu einer kleinen Insel die wie die „Bounty- Insel“ aus der Werbung aussieht. Wir erkunden die Insel, und fühlen uns ein bisschen wie Robinson Crusoe.
Beim Schnorcheln entdecken wir dann sogar noch einen Kugelfisch.
Weiter geht`s zu einer anderen Insel, auch hier baden wir ausgiebig im warmen Meer. Auf der Rückfahrt regnet es heftig und obschon wir klatschnass sind, haben wir viel Spass. Bis das Boot wieder verstaut ist, und wir beim Isla Verde eintreffen, ist es bereits dunkel.

Das einlassen des Bootes ist bei Ebbe zwar nicht ganz einfach...
...aber schon bald tuckern wir auf dem Pazifik und gelangen...
...zu einsamen Inseln im "Golfo de Chiriqui".

Es war ein wunderschöner und lustiger Tag. Leider haben wir etwas viel Sonne erwischt, und René sass während des ganzen Heimweges im nassen T`Shirt im Auto, so dass er nun frierend mit der Bettflasche im Bett liegt.....

09.11.2006


Heute unternehmen wir mit Eva`s Sohn Tim eine Wanderung. Wir fahren mit dem Auto an die Grenze des NP La Amistad. Entlang einer Wasserleitung geht es stetig ein wenig bergauf. Unser Lauftempo ist mit dem einer Schnecke zu vergleichen. Die Natur ist überwältigend schön und immer gibt es wieder etwas zu sehen. Die Videokamera und der Fotoapparat stehen im Dauereinsatz. Viele blühende Blüten locken eine Vielzahl verschiedenster Insekten an. Je höher wir gelangen, umso üppiger wird die Natur. Unzählige riesige, alte Bäume nehmen uns in ihren Bann. Was die alles zu erzählen hätten....

Am Ende des Weges angelangt, rasten wir auf einer Lichtung. Unsere Augen können sich an den zwei Wasserfällen hier und den schönen Pflanzen kaum satt sehen. Plötzlich entdecke ich an einem Pflanzenstängel eine gutgetarnte, grosse grüne Heuschrecke. Nachdem wir dieses Tier länger beobachtet haben, machen wir uns auf den Rückweg. Auch jetzt sehen wir viele Schmetterling, Vögel und farbige, grosse Spinnen.

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Diese Heuschrecke imponierte mit gut 20 cm Gesamtlänge
Prächtiger Tagfalter
Wanzenmutter mit Nachwuchs

Nach dieser schönen Wanderung wollen wir den letzten Abend in Boquete gebührend geniessen. So fahren wir zwei noch einmal ins Palo Alto und lassen uns kulinarisch verwöhnen.

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