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23.10.2006
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Nach dem wir heute
morgen Geld gewechselt und das Mietauto ab Freitag zu guten Konditionen
reserviert haben, heisst es das erste Mal Taschen packen.
Wir haben noch von zu Hause aus übers Internet vier Nächte
in einer Urwaldlodge
gebucht. Um quasi punkt 10.00 Uhr werden wir, wie abgemacht, von
Maria von der Sierra Llorona Lodge abgeholt. Für die knapp
80 km. lange Fahrt Richtung Colon benötigen wir knapp zwei
Stunden. Wir sind die einzigen Gäste in der Lodge und beziehen
ein einfaches Zimmer mit Balkon von welchem wir einen schönen
Blick auf den Dschungel haben.
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Wir
beobachten gleich nach unserer Ankunft eine Horde Kapuzineräffchen,
die sich hoch oben in den Bäumen tummeln.
Mit Michel, dem Guia der Lodge, erkunden wir am Nachmittag den umliegenden
Regenwald. Wir sehen extrem viele Frösche (auch Pfeilgiftfrösche),
farbige Käfer, 2 Eulen, Spinnen (inkl. Vogelspinne) etc. und freuen
uns an der wunderbaren Natur. Bei einem kleinen Wasserfall mit Pool erfrischt
sich René im kühlen Nass.
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| Stellvertrettend
für viele Froscharten um die Lodge: Ein Glasfröschchen |
Diese
Vogelspinne lies sich aus Ihrem Bau locken |
Beim
Anblick dieses Haubenkautz-Pärchens staunen wir noch mehr als
die Eulen... |
Zurück in der Lodge machen wir auf unserem Balkon das erste Mal Bekanntschaft
mit einem einheimischen Bier. Schmeckt gut, das Cerveza Panama, und dabei
beobachten wir viele verschiedene Vögel und amüsieren uns an
den flinken Kolibris.
Am Abend wird uns ein viergängiges Menue mit panamesischen Spezialitäten
serviert.
René legt sich bereits um 20.00 Uhr in die Heia, und ich betrachte
noch den wunderschönen Sternenhimmel von unserem Balkon aus.
24.10.2006
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Wir stehen früh auf
und sehen den Tag erwachen was immer wieder faszinierend ist. Nach
einem feinen Frühstück mitten in der Natur, geniessen wir
heute die Lodge, unterhalten uns mit Maria, und beobachten viele Vögel.
Am Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang, eröffnen
die „Ferienjass-Saison“ und ziehen uns schliesslich bei
einem starken Gewitter am Nachmittag in unser Zimmer zurück.
Abends geht René mit Michel auf einen Nightwalk. Sie sehen
viele Frösche, darunter auch Rotaugenfrösche. Starker Regen
zwingt die zwei aber schon nach gut einer halben Stunde zur Rückkehr.
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Vor unserem Zimmer
entdecken wir einen grossen, schwarzen Skorpion, der natürlich sogleich
von René gefilmt wird. Nettes Tierchen, aber uns ist es doch recht,
dass wir den Skorpion vor, und nicht in unserem Zimmer entdeckt haben....
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| Drei
Vogelarten auf einem Baum: der Gelbhosen Pipra... |
...der
Kappennaschvogel... |
...under
der blau gefärbte Pitpit aus der Familie der Tangaren |
25.10.2006
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Heute müssen
wir schon um 04.45 Uhr aus den Federn, da wir einen Tagesausflug auf
die Isla Barro Colorado unternehmen. Diese Insel entstand beim Kanalbau,
und der Zutritt ist jetzt vor allem Naturforschern vorbehalten, da
auf kleinster Fläche eine verhältnismässig riesige
Artenvielfalt auf der Insel vorkommt. Eine limitierte Anzahl Touristen
dürfen die Insel aber auch besuchen, was aber nicht ganz billig
ist (wir bezahlen 120 US Dollar pro Person).
Die Fahrt zur Bootsanlagestelle dauert gut eine Stunde, unterwegs
sehen wir einen, leider überfahrenen, Tamandua.
Um Punkt 07.15 Uhr legt das Boot mit vielen Angestellten der biologischen
Station, die zur Arbeit auf die Insel fahren, und uns vier Touris
ab. |
Auf
der ca. 40 Minuten dauernden Fahrt auf dem Gatun Lake sehen wir mehrere
riesige Frachter, und Bäume so weit das Auge reicht.
Auf der Insel angekommen, im Konferenzraum der biologischen Station, erzählt
uns Juan-Carlos unser Führer für den heutigen Tag, kurz die
Geschichte der Insel. Nachdem er uns noch einige Verhaltensregeln diktiert
hat die im Wald gelten, machen wir uns auf den Weg.
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| Ein
Versorgungsboot bringt uns über den Lago Gatún zur Isla
Barro Colorado |
Lageplan
bei der biologischen Station |
Sicht
von der biologischen Station auf den Lago Gatún |
Eine der Regeln lautet, im Wald still zu sein um die Tiere nicht zu stören
– für uns eine Selbstverständlichkeit, für unseren
werten Führer scheint dies aber nicht zu gelten. Laut und ausführend
erklärt er uns alles was er sieht (nicht viel) und weiss (etwas mehr),
und nach einer halben Stunde bitte ich ihn doch etwas weniger und vor
allem leiser zu sprechen. Beleidigt meint er darauf “i have to talk“.
Auf dem für Touristen zugänglichen Rundweg, sehen wir aber trotzdem
sehr viele Tiere, so z.B. Agutis, Schlangen, Agakröten, Tukane, Trogone,
Dentrobates aureatus, Affen etc. Diese Tiere haben wohl bemerkt, ausschliesslich
wir vier Touristen entdeckt, Juan-Carlos meinte immer nur was für
ein Glück wir haben.....Dabei ist diese Insel wirklich eine kleine
Arche Noah.
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| Riesiger
Artenreichtum auf Barro Colorado: Weisschulterkapuzierneraffe mit
Jungem |
Dieser
Schieferschwanztrogon-Weibchen liess uns auf wenige Meter heranpirschen |
Zwei
flinke, baumbewohnende Nattern über unseren Köpfen |
Zurück bei der biologischen Station, nach dem Lunch, will uns Juan-Carlos
doch tatsächlich im klimatisierten Konferenzraum einen 60 Minuten
dauernden Film über die Insel zeigen. Unser Protest folgt sofort,
und so hält er uns „nur“ einen zwanzig Minuten langen
Vortrag über das Naturschutzprojekt hier.
Wir dürfen tatsächlich noch mal raus, nur unser Führer
ist mehr oder weniger schlapp (schliesslich haben wir ihn um sein Mittagsschläfchen
gebracht...), und so gehen wir nur noch kurz in den Wald.
Um halb vier geht’s mit dem Boot schon wieder zurück, wo uns
Maria erwartet und wieder zurück zur Lodge chauffiert.
Alles in allem war der Ausflug sehr schön, mit einem talentierteren
und motivierteren Guia hätte es aber sicher mehr Spass gemacht.
Wir werden auch heute Abend wieder kulinarisch verwöhnt und legen
uns dann nach diesem ereignisreichen Tag schon früh ins Bett.
26.10.06
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Heute morgen
ist es regnerisch, doch sobald der Regen nachlässt, begeben wir
uns mit Maria und ihren Angestellten auf den, noch in Arbeit befindlichen
neuen Trail, im angrenzenden Wald.
Kaum unterwegs fängt es wieder in Strömen an zu regnen.
Es ist sehr glitschig und matschig, und mein Hintern macht zweimal
Bekanntschaft mit dem Boden.
Zurück bei der Lodge entschliessen wir uns noch ein wenig alleine
in den Wald zu gehen. Ausser vielen Fröschen sehen wir auch einen
grossen, weissen Bussard. |
Den
Nachmittag verbringen wir auf dem überdachten Sitzplatz, jassen,
und lassen uns ständig von den vielen Kolibris mit ihrem „Jefe“
ablenken. Wir geniessen die Ruhe und die Natur bei Dampfbad-ähnlichem
Klima. Zur Krönung des Tages bringt uns Ismail, das „Mädchen
für alles“, eine Schlange, die natürlich gefilmt, fotografiert
und von René gehalten werden „will“.
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| Diese
Rundschwanznymphe (Damophila julie panamensis) entpuppt
sich als "Jefe", der alle anderen Kolibris aus dem Territorium
vertreibt. |
Auch
diese weibliche Rundschwanznymphe wurde von "Jefe" in
die Schranken gewiesen... |
Ein
Jakobinerkolibri (Florisuga m. mellivora) |
Seit
zwei Tagen sind wir zwei wieder einmal von vielen roten, stark juckenden
Bissen übersät. Keine Ahnung ob uns die lästigen Tierchen
im Wald angezapft haben, oder ob sie in der Matratze heimisch sind...
Abgesehen davon, waren es aber vier wunderschöne Tage, bei lieben
Menschen, gutem aber speziellem Essen und einer fantastischen Natur.
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