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3. - 5.Tag
Sonntag, 19.10.2003 Heute wird uns Jan abholen kommen, und es geht auf zum Nationalpark Tortuguero. Die Unterkünfte dort sind nur über Wasserwege oder mit dem Kleinflugzeug zu erreichen. Wir haben Zeit, also wählen wir das Boot. Die fahrt zur Bootsanlegestelle dauert etwa vier Stunden. Unterwegs machen wir noch kurze Zwischenstopps bei Ananasplantagen und einer Bananenfabrik. Jan erzählt auch von den vielen Nachteilen, welche durch diese Grossgrundbesitzer für sein Land entstehen. Ein weiterer Halt wird in einem kleinen Dorf eingelegt, wo wir bei einer Pflegefamilie ein junges Zweifinger-Faultier betrachten können und auch einige riesige Hercules-Käfer sehen.
Die Bootsfahrt zur Unterkunft dauert nun gut 1 1/2 Stunden. Unterwegs sehen wir Klammeraffen, Kaimane und viele Wasservögel, darunter einen sehr schönen Schlangenhalsvogel, der sein Gefieder trocknet.
Empfangen mit einem feinen Früchtedrink fokussieren unsere Augen bereits einen wunderschönen Stirnlappen-Basilisken, welcher sich in unserem Früchtedrink-Glas wiederspiegelt...
Mit uns ist hier nur noch ein sympathisches Ehepaar aus Cuba anwesend. Mit ihnen kommen wir auch schnell ins Gespräch und wir erfahren viel über ihr Land. Gemeinsam gehen wir nun das Dorf Tortuguero anschauen. Der Tortuguero Nationalpark ist übrigens der einzige Park des Landes, in welchem menschliche Siedlungen geduldet werden. Das Dorf hat einen gewissen Charme und besitzt neben Polizeiposten, Kirche, Schule, Recycling-Fabrik und Fussballfeld auch eine kleine River-bar mit Reggae-Musik, wo wir uns so zur Entspannung auch gleich mal niederlassen.
Montag, 20.10.2003 Am frühen Morgen erkunden wir die Natur rund um die Lodge. Ein kleiner Kaiman lässt sich regungslos in einem schmalen Nebenfluss treiben. Am Rande des Wassers tanken kleine Christus-Leguane etwas Sonne auf. Bei unserem Erscheinen springen sie ins Wasser und werden ihrem Namen gerecht, indem sie auf den Hinterbeinen über das Wasser rennen. Die beiden Cubaner sind heute bereits wieder abgereist, also sind wir nun alleine auf der Anlage. So haben wir für heute ein Boot mit Führer ganz für uns alleine.
Kaum losgefahren sehen wir auch schon einen Fischotter. Sofort taucht er ab und verschwindet im dichten Geflecht aus Wasserhyazinthen und Schilf. Wir geniessen während der über 3 stündigen Fahrt durch schmale Nebengewässer, die zu einem grossen Teil mit einem geräuschlosen Elektromotor vorangetrieben wird, die paradiesische Ufervegetation mit so vielen verschiedenen Tieren wie grünen Leguanen, Affen, Tukanen, Schildkröten, Kaimanen und Eisvögeln.
Nach einem üppigen Mittagessen wollen wir nun die höchste Erhebung im Park, den Cerro de Tortuguero, besteigen. Auf dem Weg zur Steigung geht es durch dichten Urwald. Wir entdecken, dass die giftigen, roten Erdbeerfröschchen hier keine blauen Beine haben wie sonst, weshalb man sie auch "poor Blue Jeans-Frogg`s" nennt (...da sie kein Geld für Blue Jeans haben). Nach etwa dreissig Minuten hören wir Papageienlaute aus den Baumwipfeln. Behutsam nähern wir uns dem gekrätze und... stossen auf eine Gruppe von etwa zehn grünen Soldaten-Aaras. Unglaublich, einen der seltensten, akut vom aussterben bedrohten Vögel aus nächster Nähe beobachten zu dürfen. Während Minuten bedienen sie sich an einem mit Früchten übersäten Baum in etwa 20 m. Höhe. Während sie sich vom Baumwipfel abstossen um weiter zu fliegen, wird uns klar, dass alleine dieses Erlebnis den Abstecher in diesen schönen Nationalpark gerechtfertigt hätte.
Den Rest der Wanderung geht es nun steil aufwärts. Oben angekommen geniessen wir den wunderbaren Ausblick über eines der wichtigsten Naturschutzgebiete unseres Planeten.
Dienstag, 21.10.2003 Nesti, unser Bootskapitän bringt uns heute zurück. Auf der Rückfahrt müssen wir ein Stück zu Fuss zurücklegen, da eine Sandbank die Durchfahrt mit uns verunmöglicht. Am späten Nachmittag sind wir zurück im Hotel "Fleur de Lys", wo uns am nächsten Tag der Mietwagen übergeben wird. |
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